Die Einwohnerzahl von Berlin wuchs von 550 000 im
Jahre 1861 auf 3,8 Millionen im Jahre 1920. Landarbeiter, die Ihr Glück
als Industrie-arbeiter in Berlin zu machen hofften, strömten aus
Pommern und Schlesien in die Stadt. Der Wohnungsbedarf, besonders nach
billigem Wohnraum stieg stark an, für die einfachen Arbeiter wurden
Mietskasernen mit mehreren Hinterhöfen gebaut. Durch Eingemeindung
von Vororten weitete die Stadt sich immer weiter aus.
Aus diesem Grund belieferten hunderte von Ziegeleien aus Brandenburg
die Großstadt Berlin mit Milliarden von Ziegeln (Ein Mietshaus
besteht schon aus 600000 Ziegeln). Diese riesen Menge Ziegeln konnte
nur mit Kähnen über den Wasserweg nach Berlin geschafft werden.
Auch die Infrastrucktur musste erweitert werden. Für Abwasserkanäle
wurden Ziegeln benötigt,
ebenso
für Brücken, Bahnhöfe, Rathäuser, Krankenhäuser,
Kaufhäuser, Kirchen, Fabrikhallen, Museen und Viadukte der Hochbahn.
Berühmte Bauwerke Berlins verraten an ihrer Ziegelfarbe deren Herkunft.
In Birkenwerder wurden z.B. die Ziegel für das ehemalige Krankenhaus
Bethanien hergestellt. Die Ziegel der Friedrichwerderschen Kirche kamen
aus Joachinmsthal, die des Roten Rathauses aus Hermsdorf.