|
Velten
 Das
Angerdorf Velten wurde durch Veltheimer Siedler um 1180 gegründet. Im
Jahre 1355 wird der Ort das erste Mal unter dem Namen Veltin, dann Velthen
urkundlich erwähnt. Der Name kommt aus dem Niederdeutschen und bedeutet
"feldein". Bekannt wurde der Ort durch die Herstellung von Kachelöfen.
Die Anfänge der Tonverwertung gehen bis in das 17. Jahrhundert zurück.
Durch die Erfindung der weißen Schmelzglasur wurde die Veltener Kachel
zu einem Weltbegriff. 1835 entstand die erste Ofenfabrik. Bis zum Jahre
1900 wurden über 30 Ofenfabriken errichtet, die jährlich an 100 000 Kachelöfen
herstellten. Nach
vielen Orten Deutschlands, ja auch ins Ausland, wurden die Veltener Kachelöfen
versandt. 1905 befand sich der Ort auf dem Höhepunkt seiner wirtschaftlichen
Entwicklung. Es gab fast 40 Ofenfabriken mit über 2000 Beschäftigten,
eine in der Welt wohl einmalige Ballung von derartigen Unternehmen. 1910
wurde ein Stichkanal zur Havel angelegt und ein noch heute bestehender
Industriehafen gebaut. Beim Rundgang durch Velten kann man noch einige
der alten "Töppervillen" bewundern, die repräsentativen Wohnhäuser der
ehemaligen Ofenfabrikanten.
Heute produziert noch eine Ofenfabrik in Velten, die A.Schmidt, Lehmann
& Co. GmbH in der Wilhelmstraße 32, die 1872 gegründet wurde.
Ein richtiges Kleinod unter den Museen der Mark Brandenburg befindet sich
unter dem Dach dieser Ofenfabrik, das "Ofen- und Keramikmuseum Velten".
Es präsentiert sich in zwei Etagen der alten Fabrik. Neben alten Öfen,
Ofenteilen, Kacheln und Ofenschmuck sind auch Gefäß- und Zierkeramik vor
allem aus Berlin und Brandenburg zu besichtigen. Des weiteren werden Gemälde
und eine besonders interessante Sammlung historischer Fotografien
von 1905 über die Produktionsstufen der Veltener weißen Schmelzkacheln
ausgestellt.
Auf dem Gelände der Ofenfabrik ist eine Töpferwerkstatt entstanden, dort
kann beim Drehen auf der Töpferscheibe zugesehen werden. Herr Lindner
ist zu Auskünften bereit. Der auch zum Betrieb gehörende Keramikladen
hält ein vielfältiges und preiswertes Angebot von weit über 20 keramischen
Werkstätten bereit.
In der alten "Töpperkantine" der Ofenfabrik können Sie einen kleinen Imbiß
einnehmen, Montag bis Freitag ab 09.00 Uhr und Samstag und Sonntag ab
13.00 Uhr. Bestellungen für Gruppen werden gerne angenommen.
Sehenswert
ist auch das 1880 errichtete Elektrizitätswerk. Im Jahre 1922 wurde das
Werk von dem Berliner Architekten Scherer & Aeppli zum Rathaus umgebaut.
Es lohnt, einen Blick darauf zu werfen.
Ein weiteres interessantes Beispiel brandenburgischer Sichtziegelarchitektur
ist die Katholische Kirche St. Joseph. 
Das Gotteshaus wurde 1895 bis 1896
im romanischen Stil aus Backsteinen vondem
Baumeister
Daßler und dem Maurermeister Brandt errichtet. Der Innenraum
der Kirche mußte mehrmals erneuert werden, so daß von der ursprünglichen
Pracht sehr viel verlorengegangen ist.
|